Wahlverwandtschaften

nach Johann Wolfgang Goethe in einer Dramatisierung von Silvia Armbruster

Geierwally

Das Theater im Gärtnerviertel bringt Goethes „Wahlverwandtschaften“ auf die Bühne. In einer Dramatisierung von Silvia Armbruster behandelt das TiG Goethes berühmten Roman über die Naturgesetze des Herzens und die Anarchie der Gefühle.

„Denken Sie sich ein A, das mit einem B innig verbunden ist, durch viele Mittel und durch manche Gewalt nicht von ihm zu trennen; denken Sie sich ein C, das sich ebenso zu einem D verhält; bringen Sie nun beide Paare in Berührung: A wird sich zu D, C zu B werfen, ohne dass man sagen kann, wer das andere zuerst verlassen, wer sich mit dem anderen zuerst wieder verbunden habe.“

Johann Wolfgang Goethes Versuchsanordnung menschlicher Beziehungsgeflechte zerlegt die Grenzen zwischen Freundschaft, Seelenverwandtschaft, Liebe und Sex. Eduard und Charlotte leben in der idyllischen Abgeschiedenheit der eigenen Ehe. Das zur Ruhe gekommene Paar lädt einen Freund und eine Nichte in Ihre gepflegte Idylle ein und setzt eine Kettenreaktion aus Begehren und Verzicht in Gang. Das Experiment an vier offenen Herzen nimmt seinen tragischen Lauf.

Goethes These, “jede Ehe solle nur auf fünf Jahre angelegt sein”, wirkt im heutigen Zeitalter der Scheidungsanwälte weniger provokant als prophetisch. Das Spannungsfeld zwischen Entsagung und Hingabe, zwischen Determination und Wahlfreiheit, zwischen gesellschaftlicher Moral und intuitivem Verlangen ist zeitlos gültig. „Denn so ist die Liebe beschaffen, dass sie allein Recht zu haben glaubt und alle anderen Recht vor ihr verschwinden“ (wiederum: J.W. Goethe).

Es spielen:

Aline Joers, Olga Seehafer, Martin Habermeyer, Felix Pielmeier
Live-Musik Jakob Fischer

Inszenierung Nina Lorenz
Kostüme Lena Lorang

Das Theater im Gärtnerviertel kooperiert mit der Theater-Werkstatt Haßfurt und bringt das Stück im Salon des  Krackhardt-Hauses  am Grünen Markt  zur Aufführung.

Spieltermine

31.3.2017 „Wahlverwandtschaften“ Premiere 20 Uhr

Weitere Vorstellungen siehe Termine.

 

Spielort 1

Krackhardt-Haus, Grüner Markt 31, Ecke Maxplatz, Bamberg.

Spielort 2

Aufseßhöflein, Nordflur, Von der Coburger Straße über den Bahnübergang, dann dem Weg ca. 450 m folgen

Spielort 3

Oswaldkapelle am Michaelsberg, Eingang Torbogen Michaelsberg 10

 

Kooperation mit der Theaterwerkstatt Haßfurt

Fränkischer Tag, Imtraud Fenn-Nebel, 4.4.2017

Nina Lorenz, die sich als Chefin des TiG-Wanderensembles bei Ulrich Krackhardt für die Aufnahme im Salon bedankte, bringt Goethes berühmten Roman über die Naturgesetze des Herzens und die Anarchie der Gefühle mit wohlbekannten Schauspielern auf die Bühne. Sie haben ihre Spielfläche selbst gestaltet und schaffen mit wenigen Mitteln wie einer Trittleiter und Tüchern reichlich Effekte. Viel Platz haben sie nicht, nutzen diesen aber gut und ohne Scheu vor Nähe.

Genau diese Nähe ist es, die den zunächst leichten dann immer dramatischeren Stoff direkt erlebbar macht. Er geht so: Eduard und Charlotte (Felix Pielmeier und Aline Joers) holen Otto und Ottilie (Martin Habermeyer und Olga Seehafer) in die idyllische Abgeschiedenheit ihrer Ehe. Das setzt eine Kettenreaktion aus Leidenschaft und Verzicht in Gang, denn natürlich kommt es zu – folgenschweren – Verwicklungen. In abgefahrenen roten Klamotten (Kostüme Lena Lorang) arbeiten sich die Protagonisten durch Goethes Experiment an vier offenen Herzen. Ein jeder von ihnen holt das Beste aus sich heraus. Ihre Mimik, Körpersprache und Stimmen spiegeln alle Facetten zwischen zunächst verzückten Gefühlen und hernach nackter Verzweiflung.

Gänsehaut, wenn sie sich nach der Pause im Stakkato die Sätze zuwerfen, Gänsehaut, wenn Ottilie singt, und vor allem Gänsehaut, wenn Jakob Fischer mit Gitarre und sphärischen Klängen das Stück live untermalt. Auch wenn das Leid mit der Liebe das alte bleibt – diese Interpretation der Wahlverwandtschaften ist erfrischend neu.

 

Kartenvorverkauf

BVD, Langestr. 39/41, 0951/9808220
Geschäft Betten Friedrich, Obere Königstraße 43, 0951/27578