Wer hat Angst vor Virginia Woolf

von Edward Albee

TiG spielt "Wer hat Angst vor Virginia Woolf"

Wer kennt sie nicht, die legendäre Afterparty von Martha, George, Nick und Honey, die seit der New Yorker Uraufführung im Jahr 1962 als „Klassiker" gilt und als ein großes Schauspielerfest.

Hinter dem scheinbar kindlichen Titel verbirgt sich das Chaos menschlicher Beziehungen. Schauplatz des Dramas ist eine Wohnung. Martha, die temperamentvolle Tochter des Rektors, und ihr Mann George, Dozent für Geschichte, kehren heim von Papas Party. Viel Alkohol und dann – späte Gäste. Nick, durchtrainiert, Biologe und seine Frau Honey, sind die Neulinge auf dem Campus. Es beginnt ein gnadenloser Kampf, ein Krieg mit kleinen Triumphen und großen Niederlagen. Vier grandios verzweifelte, erbärmliche, absurde Helden in einer grandios verkorksten Nacht.

Edward Albee geht es um die Aufdeckung menschlicher Illusionen. Er zeichnet mit ebensoviel Wehmut wie Ironie, zugleich
messerscharf und doch mitfühlend das Bild des Menschen, dem offenbar alles zum „Glücklichsein“ zur Verfügung steht und der doch nur um so hoffnungsloser allein ist.

Es spielen:

Ursula Gumbsch, Heidi Lehnert, Stephan Bach, Benjamin Bochmann

Inszenierung: Marsha Cox
Kostüme: Chrysenda Sailmann
Bühnenbild: Benjamin Bochmann
Produktionsleitung Nina Lorenz

 

Spieltermine

Premiere: 19. Januar 2019, 20 Uhr

Weitere Vorstellungen siehe Termine.

 

Spielort

BVG Bamberger VerlagsGruppe (C.C. Buchner Verlag und C.C. Buchner21), Laubanger 8

 

Rezension

Fränkischer Tag, Rudolf Görtler

… großartige Leistung, phänomenale Schauspieler, ein unvergesslicher Theaterabend.

Stephan Bach, immer gut, wächst als der von seiner Frau gedemütigte George schier über sich hinaus. Mit schiefer Krawatte, offenem Hosenbund (Kostüme Chrysenda Sailmann), unrasiert, zwischen Hass und intellektueller Brillanz pendelnd, schafft es, in Mimik und Körpersprache die Ambivalenz dieser eigentlichen Hauptfigur glaubhaft und geradezu dröhnend auf die Bühne zu bringen. Ursula Gumbsch als Martha sah man noch nie so körperlich, so hysterisch-verzweifelt spielen, bei aller trunkenen Vulgarität lässt sie dennoch einen zutiefst verzweifelten Menschen erkennen. Als Kontrast der – scheinbar – kraftstrotzende, scheinbar virile Nick Benjamin Bochmanns, der dessen Selbstsentblößung auch augenscheinlich vollzieht, und als besondere Überraschung Heidi Lehnerts Honey. Man hätte ihr, offen gestanden, so viel komisches Talent nicht zugetraut, das über die Bühne krabbelnde, lallende und sich erbrechende Häufchen Elend, das auch für komische Momente sorgt.(…)

Regisseurin Cox und Produktionsleiterin Nina Lorenz haben es offenbar verstanden, in ihrem Bühnen-Quartett Spielfreude und Talent zu entfesseln, eine geradezu explodierende Tragikomödie im Verlags-Atrium zu inszenieren. Das Publikum dankte ihnen und den Schauspielern mit langem Beifall. Wie ihn ein Meisterstück auch verdient hat.

 

 

Kartenvorverkauf

BVD, Langestr. 39/41, 0951/9808220
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